Ein bisschen Klimageschichte

Dass das Klima unserer Erde in einem ständigen Wandel ist, dürfte mittlerweile jedem klar sein. Langfristig gesehen gibt es nur zwei Optionen: Entweder es wird wärmer oder aber kälter.

Die derzeitige geologische Epoche wird Holozän genannt und als Warmzeit eingestuft. Die Temperaturen schwankten auch innerhalb dieser Warmzeit erheblich, blieben nun aber schon seit etwa 12’000 Jahren auf dem (vergleichweise) hohen Niveau. Dank zwei neuen Studien wissen wir nun ein wenig mehr über das Klima dieser Jahrtausende.

In der allerersten Ausgabe des neuen Magazins “Nature Geoscience” veröffentlichte ein Team von Wissenschaftlern aus ganz Europa die vorläufigen Resultate ihrer Forschungen. Das interdisziplinäre Team versuchte die Ergebnisse einzelner Proxydatenquellen miteinander abzugleichen um so verlässlichere Aussagen bezüglich dem vergangenen Klima machen zu können. Durch die Kombination mehrer Datensätze fallen die verschiedenen Vor- und Nachteile der jeweiligen Quelle (Baumringe, Eiskerne etc.) weniger ins Gewicht.

Einer der involvierten Forscher machte dabei folgende Aussage:

“Die neuen Ergebnisse scheinen einige Rätsel zu lösen, die uns jahrelang beschäftigt haben. Sie geben aber auch neue Rätsel auf. Bisher sind wir allerdings noch mit den Übersetzungsarbeiten beschäftigt. Wenn das, was sich abzeichnet stimmt, dann werden wir in der Klimaforschung einige Theorien zu überdenken haben.”

Der Botaniker M. Friedrich (Heidelberger Akademie der Wissenschaften und Hohenheim Universität) wünschte sich am liebsten eine noch direktere Kombination zwischen Eisbohrkernen und Baumringen:

“Gäbe es Baumstämme im Gletschereis, hätten wir beide Kalender längst schon kombinieren können.”

Vielleicht wird auch dieser Wunsch bei genügend langer Suche irgendwann erfüllt werden können, in der Zwischenzeit muss sich M. Friedrich wohl mit der Entdeckung des ältesten Baumes der Welt begnügen. Leif Kullman (Professor an der Umeå Universität) fand in Schweden nun einen Baum, der beinahe die ganze Holozän-Epoche überlebte und auch heute noch steht. Das Alter wird auf etwa 8’500 Jahre geschätzt. Diese sensationelle Entdeckung hat natürlich auch Implikationen für die Klimageschichte Schwedens.

So muss das Eis der letzten Eiszeit in Schweden früher verschwunden sein als bisher angenommen und die Temperaturen seien sogar wärmer als heute gewesen:

“It had been thought that this region was still in the grip of the ice age but the tree shows it was much warmer, even than today.”

Ob diese Erkenntnisse vielleicht gar die oben angesprochenen “zu überdenkenden Theorien” sind, kann aufgrund des nicht genug weit fortgeschrittenen Forschungsstand noch nicht gesagt werden – möglich wäre es allemal. Die ganze Thematik wird natürlich auch auf Climate Audit diskutiert.

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