Positive Nebeneffekte

Die Klimaerwärmung führt zu mehr Dürren, zu mehr Überschwemmungen und grösseren Temperaturschwankungen – zumindest wenn es nach dem gängigen Standpunkt geht. Alles in allem also keine gute Nachrichten für die Pflanzenwelt, tatsächlich?

Eine Studie mit dem Titel „Climate-Driven Increases in Global Terrestrial Net Primary Production from 1982 to 1999“ aus dem Naturwissenschafts-Magazin „Science“ vom Juni 2003 ermöglichte Interessierten eine differenziertere Betrachtungsweise.

Die von acht Wissenschaftlern verfasste Studie beschäftigte sich mit den Auswirkungen des Klimawandels auf die Vegetationsproduktivität. Die Autoren untersuchten die globale Entwicklung der Pflanzen-Produktivität über den Zeitraum von 1982 bis1999. Entgegen den Erwartungen, die man eventuell in Verbindung mit einem bald „sterbenden“ Planeten hat, stieg die Netto-Produktivität während den knapp zwei Jahrzehnten um 6%. Dabei verzeichneten die tropischen Gebiete (vor allem die Amazonas-Region) den stärksten Produktivitäts-Anstieg. Durch den positiven Regenfall-Trend konnten auch Australien, Indien und der Süden Afrikas eine höhere Vegetationsproduktivität verzeichnen. Die Entwicklung wurde mit folgender Grafik, in denen die Zunahme in verschieden starken Grüntönen illustriert wird, festgehalten:

Die Studie machte allerdings auch darauf aufmerksam, dass der positive Trend im Amazonas-Gebiet ein kurzfristiger sein könnte. Es sei nämlich denkbar, dass die Amazonas-Region durch die intensivere Evaporation auszutrocknen droht, was für die Pflanzen-Produktivität katastrophale Konsequenzen hätte. Nichtdestotrotz hielten die Autoren fest, dass wärmere Temperaturen der Vegetation dienlich sind, während kalte Temperaturen die Wachstumsphase einschränken.

Gegenüber „National Geographic“ sagt der Lead-Autor der Studie R.R. Nemani:

„It is one of the few places on Earth showing temperature to be cooling, and when you have cooler temperature there, their growing season would be much shorter.“

Eine Aussage, die man beim Konsum von herkömmlichen Printmedien kaum je zu Gesicht bekommen wird. Über die unterschiedlichen Auswirkungen von höheren CO2-Konzentrationen und Temperaturen wird derzeit noch disputiert.

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