Englische Fluten

Eine Niederschlagszunahme gilt als eine der möglichen Folgen der Klimaerwärmung. Durch die wärmeren Temperaturen gelangt mehr Wasser in die Atmosphäre. Diese „Überdosis“ soll sich dann in Form heftiger Regenfälle bemerkbar machen, welcher mitunter Fluten verursachen können. 

2007 waren in England ungewöhnlich starke Regenfälle und Fluten zu beobachten, die deutlich vom Jahresdurchschnittswert abweichen. Eine Folge der Klimaerwärmung?

Nein, sagt ein erst kürzlich veröffentlichter Bericht des englischen Centre for Ecology and Hydrology.

Den Hauptgrund für die ungewöhnliche Anzahl von Fluten sahen die Forscher laut einem BBC-Artikel nämlich in den verhältnismässig frühen Niederschlägen vom Frühsommer. Diese tränkten die Böden, welche zu diesem Zeitpunkt normalerweise noch trocken sind und die Regenfälle im Sommer absorbieren. Als dann die Regen des britischen Sommers einsetzten, waren die Böden schon weitestgehend „vollgesaugt“ und vermochten die zusätzliche Nässe nicht mehr zu absorbieren.

Trotz diesem „freak event“ sagt der Report aus, dass kein Trend in den Sommer-Niederschlägen Englands festgestellt werden könne. Auch die Fliessgeschwindigkeit in den Flüssen habe sich nicht verändert. Die Sommer-Anomalie von 2007 passt weder in einen historischen Trend, noch stützt dieses Ereignis entsprechende Klimaszenarien. Lead Autor Terry Mash hielt fest:

„The river floods of summer 2007 were a very singular episode, which does not form part of any clear historical trend or show consistency with currently favoured climate change scenarios.“

Weiter sagt der Report aus, dass die Sommer im 19. Jahrhundert nässer waren und auch in den Pegelständen der beiden Flüsse Themse und Avon kein Langzeittrend erkennbar sei. Für problematisch halten die Forscher hingegen die zunehmende Bebauung der Flussauen. Dadurch werde die Schadenssumme bei zukünftigen Fluten natürlich weiter ansteigen, was aber mehr ein demographisches denn klimatisches Problem sei.

Insgesamt muss man BBC zu diesem durch und durch objektiven Artikel Lob aussprechen. Schade hingegen für Leute wie Al Gore, die gerne mal Einzelereignisse benützen (man erinnere sich beispielsweise an die Bilder der extremen Regenfälle in Indien) um ihre Argumentation zu stützen. England 2007 dürfte da wohl nicht erwähnt werden.

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