Weniger Hurrikans an den Küsten

Neben Bildern von abbrechenden Eisschollen sind Hurrikans wohl das beliebteste Motiv, wenn es darum geht, mögliche Folgen der Klimaerwärmung zu illustrieren. Hurrikans sind nämlich ein Phänomen, von dem meist global berichtet wird und dessen Schäden mitunter immens sein können.

Hie und da kann man Hurrikans sogar auf einem DVD-Cover erblicken.

Climate Review hat sich schon einige Male mit der Hurrikan-Thematik auseinandergesetzt. Doch eben weil dies so ein brisantes Thema ist, erscheinen sehr häufig neue Studien dazu. Im Januar 2008 erschien im Magazin „Geophysical Research Letters“ eine Studie mit dem Namen „Global warming and United States landfalling hurricanes“. Die Autoren Wang & Lee aus Florida entdeckten eine interessante Verbindung zwischen den verschiedenen Ozeanen (Pazifik, Indischer Ozean und Nord-Atlantik). So beeinflusst die unterschiedliche lokale Erwärmung der verschiedenen Ozeane bestimmte Windmuster, welche ihrerseits die Anzahl der „landfalling“ (zu Deutsch etwa: Land erreichenden) Hurrikans der amerikanischen Küste (mit-)bestimmen. Wang & Lee schrieben dazu:

„Warmings over the tropical oceans compete with one another, with the tropical Pacific and Indian Oceans increasing wind shear and the tropical North Atlantic decreasing wind shear. Warmings in the tropical Pacific and Indian Oceans win the competition and produce increased wind shear which reduces U.S. landfalling hurricanes.“

Die Arbeit der beiden Forscher enthält zudem eine bemerkenswerte Grafik, welche die Anzahl der Hurrikans anzeigt, die seit 1850 jährlich die amerikanische Küsten erreichten:

 

Irgendwie will diese Grafik so gar nicht in das täglich implizierte Bild von zunehmenden Hurrikans passen. Dass es sich bei den Erkenntnissen von Wang & Lee aber nicht um einen Einzelfall handelt, beweist beispielsweise die Arbeit von drei Forschern der Creighton University in Omaha, Nebraska. Engelhart et al. beschäftigten sich nämlich wie schon Wang & Lee mit den Hurrikans in Küstennähe – also denjenigen, die für die Küsten-Bevölkerung auch wirklich relevant sind. Auch die Studie von Engelhart und seinen Kollegen offenbarte wenig katastrophales:

Auch diese Untersuchung deutete also auf einen Negativtrend hin. Wer argumentieren will, dass die Anzahl von küstenerreichenden Hurrikans zwar sinken mag, deren Intensität aber zugenommen hat, befindet sich (nach Engelhart et al.) auf einem Holzweg. Denn weder der die maximale Windgeschwindigkeit (a), noch minimale Luftdruck (b) zeigen irgendeinen langfristigen positiven Trend. Im Gegenteil: Die maximale Windgeschwindigkeit deutet sogar auf einen leichten Negativ-Trend.

Einmal mehr frage ich mich, wie es angesichts solcher Resultate überhaupt noch möglich ist, von einem Konsens zu sprechen (wie dies beispielsweise Al Gore angetönt hatte). Die globale Erwärmung ist ohne Frage real, genau so, wie der menschliche Anteil daran. Aber um derzeit einen Hurrikan-Pessimismus zu zelebrieren, fehlt die wissenschaftliche Grundlage weitestgehend.

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