Ruß ist relevant

Dass Aerosole für das Wetter sowie Klima durchaus relevant sein können, hat Climate Review bereits aufgezeigt. Nun erschien eine neue Studie im Magazin „Nature Geoscience“, welche den Aerosolen noch weitaus grössere Priorität als bis anhin beimisst.

Was stellten die beiden amerikanischen Forscher Ramanathan und Carmichael genau fest?

Selbstverständlich muss die Antwort auf obige Frage lauten: Der Einfluss von Ruß wurde bisher stark unterschätzt. Ging man beim vierten Sachstandsbericht des IPCC noch von einem Einfluss zwischen +0.2 – 0.4 Watt pro Quadratmeter aus, zeigte die Arbeit von Ramanathan & Carmichael einen Wert von +0.9 Watt pro Quadratmeter. Damit bestätigt sich auch die Einschätzung vom IPCC, welches bei der Aerosol-Thematik allgemein von „uncertainities“ spricht. Genauere Informationen dazu sind im Kapitel 9 des IPCC WG1 AR4 zu finden.

Nach den beiden Forschern ist die hohe Ruß-Konzentration neben CO2 einer der relevantesten Klimatreiber. In einem Report des Scripps Institution of Oceanography (in welcher Ramanathan forscht) ist folgende Aussage zu finden:

„[…] soot and other forms of black carbon could have as much as 60 percent of the current global warming effect of carbon dioxide, more than that of any greenhouse gas besides CO2.“

Dabei kann Ruß nicht nur einen Einfluss auf die Erderwärmung haben, sondern auch auf andere Phänomene. Beispielsweise auf Niederschlagtrends oder dem Schmelzen der Arktis- und Himalaya-Gletscher. Bezüglich der Gletscherschmelze schrieben Ramanathan & Carmichael:

We now have to examine if black carbon is also having a large role in the retreat of arctic sea ice and Himalayan glaciers as suggested by recent studies.“

Zur Illustration des (möglichen) Einflusses auf den Niederschlag kann folgende Grafik dienlich sein:

Interessant ist auch folgende Grafik, die klar zeigt, wie die zunehmende Aerosol-Konzentration über Afrika und Asien zu einer Verminderung des eingefallenen Sonnenlichts (dimming) führte:

Zudem zeigte auch diese Arbeit aufs Neue, dass Computermodelle noch weit von der Perfektion entfernt sind. Die Diskrepanz zwischen den Forcing-Werten von Ramanathan & Carmichael und dem IPCC wird wie folgt erklärt:

„[…] conservative estimates are based on widely used computer model simulations that do not take into account the amplification of black carbon’s warming effect when mixed with other aerosols such as sulfates. The models also do not adequately represent the full range of altitudes at which the warming effect occurs.“

Diese Erkenntnisse werden zwar mit Sicherheit weniger Aufmerksamkeit geschenkt bekommen, als der letzte grosse Eis-Kollaps in der Antarktis, sind aber mitnichten minder relevant.

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