Antarktis: Modelle vs. Realität

Die Auswirkungen des Klimawandels auf die Antarktis sind ein interessantes Thema.

Climate Review untersuchte bereits, inwiefern sich die Erwärmung auf die Eisentwicklung der Antarktis auswirkte und welche Implikationen sich daraus für den zukünftigen Trend der Meeresspiegelerhöhung ergeben. Zudem wurde die Kontroverse der Schneefall-Thematik aufgezeigt. Jetzt gibt es Neuigkeiten.

Eben erst wurde auf der „Published Today“-Site der AGU (American Geophysical Union) eine Studie dreier Wissenschaftler veröffentlicht. Da ich momentan nicht die ganze Arbeit betrachten kann, muss ich wohl mit den Aussagen aus dem Abstract begnügen. Monaghan, Bromwich und Schneider hielten erstmal fest, dass Schneefall-Prognosen der im IPCC verwendeten GCM (Global Climate Models) konsistent mit den beobachteten Veränderungen sind:

„Annual Antarctic snowfall accumulation trends in the GCMs agree with observations during 1960–1999 […]“

Damit widersprechen die Forscher beispielsweise einer Studie aus dem Magazin „Science“, welche keine signifikante Veränderung des Schneefalles seit 1950 feststellte. Während die Berechnungen der Modelle bezüglich der Schneefall-Entwicklung also ziemlich gut sind, scheint dies bei der prognostizierten Temperatur-Entwicklung nicht der Fall zu sein:

„However, 20th century (1880–1999) annual Antarctic near-surface air temperature trends in the GCMs are about 2.5-to-5 times larger-than-observed, possibly due to the radiative impact of unrealistic increases in water vapor.“

Die Modelle zeigten laut Monaghan et al. also Trends, welche die beobachteten Temperaturen um den Faktor 2.5 bis 5 übersteigen. Die Resultate haben wiederum zwei Seiten: Die von den Klimamodellen prognostizierte Schneefall-Zunahme soll hauptsächlich durch steigende Temperaturen hervorgerufen werden. Der vermehrte Schneefall spielt dabei eine wichtige Rolle zur Verminderung der Meeresspiegelerhöhung, welche zumindest teilweise durch die verstärkte Evaporation vor der Antarktis eingedämmt werden soll. Diese Evaporation könnte also zukünftig kleiner ausfallen als bis anhin vermutet. Andererseits wird aber durch die weniger dramatische Temperaturzunahme weniger Eis schmelzen.

Wie so oft ist die Thematik also hochkomplex und offenbart bei genauerer Betrachtung zwei Seiten.

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