Klimavariabilität

Obwohl schon an einigen Orten gesehen, darf folgendes Paper auch auf Climate Review nicht fehlen.

Jeder hat schon einmal gehört, dass in Zukunft die Klimavariabilität grössen werden soll. Will heissen: Die Unterschiede zwischen warm und kalt könnten weiter auseinandergehen und für mehr Temperaturextreme sorgen.

Für diese Hypothese interessierten sich auch zwei Schweizer Forscher der Universität Genf. In ihrer 2006 im Magazin „Global and Planetary Change“ veröffentlichten Studie setzten sich die beiden Forscher zum Ziel, obige Behauptung mit Hilfe von langfristigen Datenreihen zu überprüfen. Dabei berücksichtigten Beniston & Goyette die möglicherweise verschiedenen Auswirkungen der Klimaerwärmung in unterschiedlichen Höhen und wählten deshalb zwei Stationen aus, von denen die eine nur 369 und die andere – auf dem Säntis stationiert – 2500 Meter über dem Meerespiegel liegt.

Die Daten der beiden Stationen reichen bis ins Jahr 1900 zurück und zeigten eine beachtliche Erwärmung von ungefähr 2°C. Die beiden Wissenschaftler schrieben in der Einleitung folgenden interessanten Satz:

„This paper investigates the trends in means, variability and persistence of climate at both low and high elevation sites in Switzerland in order to provide some answers to the questions posed and show that commonly-accepted assumptions are, somewhat surprisingly, not necessarily fulfilled, at least in the Alpine region.“

Beniston und Goyette sagten also, dass (zumindest in den Alpen) die Annahme, nach der die Klimavariabilität mit zunehmender Temperatur steige, möglicherweise nicht gültig ist. Diese Aussage wiederholten die beiden Forscher in der Konklusion ihrer Arbeit, wo sie nochmals betonen, dass die Temperaturvariabilität in den beiden untersuchten Stationen trotz einer Erwärmung nicht gestiegen ist:

„This investigation, carried out for a low (Basel) and a high (Saentis) elevation site in Switzerland, has shown that contrary to what is commonly hypothesized climate variability does not necessarily increase as climate warms. Indeed, it has been shown that the variance of temperature has actually decreased in Switzerland since the 1960s and 1970s at a time when mean temperatures have risen considerably. Nevertheless, these findings are consistent with the temperature analysis carried out by Michaels et al. -1998 – where their results also do not support the hypothesis that temperatures have become more variable as global temperatures have increased during the 20th century.“

Der Verweis auf Michaels et al. meint den „berühmten“ Skeptiker, welcher bereits vor zehn Jahren mit einigen Kollegen eine Studie veröffentlichte, die zum gleichen Ergebnis wie Beniston & Goyette kam.

Zum Schluss entschuldige ich mich für die selter gewordenen Beiträge auf Climate Review. Da ich arbeitsmässig ziemlich belastet bin – und es zudem ziemlich „ruhig“ in der Klimadiskussion geworden ist (mal abgesehen von den privaten Scharmützel rund um Roger Pielke Jr.) – hat es leider nicht für öftere Beiträge gereicht. Ich hoffe, dass wir zukünftig wieder besser.

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