Kerry Emanuels Hurrikanperspektive

Kerry Emanuel ist einer der wohl meist zitierten Forscher, wenn es um die Auswirkungen der globalen Erwärmung geht. Dies ist vor allem auf eine Studie zurückzuführen, in welcher Emanuel (Nature, 2005) zeigte, dass die Hurrikan-Intensität während den vergangenen 30 Jahren stark zugenommen hat.

Emanuel vermutete einen Zusammenhang zwischen der gestiegenen Intensität und der Klimaerwärmung. Jetzt ist sein neues Paper erschienen.

Zuerst muss festgehalten werden, was Emanuels Arbeit aus dem Jahr 2005 genau sagte:

“ […] work on the detection of trends in hurricane activity has focused mostly on their frequency and shows no trend.“

Emanuels Studie erkannte lediglich eine gestiegene Intensität der Hurrikans, sagte aber nichts über Trends in der Frequenz aus. Der positive Trend in der Intensität ist nach Emanuels Arbeit aus dem Jahr 2005 auf die Klimaerwärmung zurückzuführen:

„My results suggest that future warming may lead to an upward trend in tropical cyclone destructive potential […]“

Die Resultate der Arbeit von Kerry Emanuel gingen im Eiltempo um die Welt, begünstigt durch die Tatsache, dass die Studie fast zeitgleich mit dem Hurrikan „Katrina“ publiziert wurde. Der Beweis für einen Kausalzusammenhang zwischen stärkeren Hurrikans und der globalen Erwärmung schien sicher. Obwohl in den Jahren nach der Veröffentlichung von Emanuels Arbeit einige Studien erschienen sind, welche die Hypothese von Emanuel nicht unterstützten, hielten viele – Politiker wie Medien – an dem Zusammenhang fest.

Nun erschien eine neue Arbeit von Emanuel, die im Magazin der „American Meteorological Society“ abgedruckt wurde. Emanuel selbst sagte, dass ihn die Erkenntnisse überraschten. In einem Gespräch mit Andrew C. Revkin von der New York-Times sagte Emanuel (Lead-Author der Studie):

„The models are telling us something quite different from what nature seems to be telling us. There are various interpretations possible, e.g. a) The big increase in hurricane power over the past 30 years or so may not have much to do with global warming, or b) The models are simply not faithfully reproducing what nature is doing. Hard to know which to believe yet.“

Die Resultate milderten Emanuels Sicht bezüglich einer Verbindung zwischen Hurrikans und der Erwärmung, weswegen er auch noch viel Potenzial für zukünftige Forschung sieht:

„The take-home message is that we’ve got a lot of work to do […] There’s still a lot of uncertainty in this problem. The bulk of the evidence is that hurricane power will go up, but in some places it will go down.“

Der Bericht der Zeitung „Houston Chronicle“ hielt zudem fest:

„The new work suggests that, even in a dramatically warming world, hurricane frequency and intensity may not substantially rise during the next two centuries.“

Neben der Tatsache, dass nun eine weitere Studie die Komplexität des Zusammenhangs zwischen Hurrikans und der Temperatur belegt, tut es vor allem gut zu sehen, wie Wissenschaftler bereit sind ihre Haltungen bezüglich einem spezifischen Gebiet und ihren früheren Aussagen zu verändern.

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Veröffentlicht in Hurrikans. 2 Comments »

2 Antworten to “Kerry Emanuels Hurrikanperspektive”

  1. Climate Patrol Says:

    http://scienceblogs.com/deltoid/2008/04/denialists_against_corrections.php#comment-834126

    Das ist mir das Allerneuste, dass Klimaalarmisten jetzt das Thema Hurricans als komplett separat von der globalen Erwärmung sehen wollen. Mal sehen was die anderen dazu sagen. Haben wir schon immer gewusst? Du warst einer der Ersten, der diese Thema aufnimmt. Hut ab!

  2. climatereview Says:

    Vielen Dank für Dein Lob. Mal sehen, es die europäischen Medien fertig bringen, über dieses Paper zu berichten.

    PS: Ich habe Deinen Link zu Deltoid noch korrigiert – er führte nicht dorthin, wo Du wolltest 😉


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