Die Sintflut – Teil 2

Wie schon [hier] vorgestellt, offenbarte die Dokumentation vom ZDF dem Zuschauer gleich drei Szenarien, wie er zukünftig um sein Leben kommen könnte.

Nachdem der vorletzte Beitrag auf Climate Review das Flut-Szenario in Köln ein wenig genauer betrachtet hat, soll sich dieser Artikel mit Szenario [3] (Hurrikans in New York) beschäftigen.

Zumindest mir suggerierten bestimmte Aussagen bezüglich drohender Hurrikans in New York die Einzigartigkeit eines solchen Ereignisses. In der Dokumentation heisst es:

„Schon 2002 hat das renommierte Goddard-Institut der NASA vor den möglichen verheerenden Folgen eines starken Hurrikans in New York gewarnt. Wann er kommt und New York heimsuchen wird, weiss niemand zu sagen, aber dass er kommt, scheint gewiss.“

Dramaturgie pur, doch wäre ein Hurrikan in New York tatsächlich aussergewöhnlich? Nein – meinen zwei Studien aus dem Jahr 2007. So erschien im Magazin „Natural Hazards“ eine Studie vom Professor Stephen J. Vermette, welcher sich mit dem Auftreten von tropischen Stürmen in New York beschäftigte. Dabei entdeckte Vermette natürliche Zyklen und schrieb:

„While the number and timing of storms of tropical origin is likely to increase, this increase appears to be attributed to a multidecadal cycle, as opposed to a trend in global warming.“

Die derzeitige Hurrikan- und Sturm-Situation in New York ist, verglichen mit den letzten 150 Jahren, nicht sehr aussergewöhnlich:

Vermette zeigte, dass New York während der vergleichweise kalten Periode von 1851-1900 sogar von mehr Hurrikans heimgesucht wurde als während der Periode 1951-2000. Die gesamte Entwicklung zeigte eine flache Trendlinie:

Laut Vermette wäre ein Hurrikan in New York also kein aussergewöhnliches Ereignis und die Häufigkeit ist wahrscheinlich von natürlichen Zyklen bestimmt. Ähnliches ist auch einer Studie des Journals „Geochemistry, Geophysics, Geosystems“ zu entnehmen, die von einem Geologen der Brown Universität und einem Kollegen aus der Woods Hole Oceanographic Institution verfasst wurde. Die gewonnen Erkenntnisse überraschen:

„Despite significantly cooler than modern SSTs in the Atlantic during the latter half of the Little Ice Age, the frequency of intense hurricane landfalls increased during this time.“

Trotz kälteren Temperaturen fanden früher anscheinend mehr Hurrikans den Weg nach New York. Dass Hurrikans in New York keinesfalls ein neues Phänomen wären, zeigte auch folgende Grafik aus der Arbeit der Geologen Scileppi und Donnelly:

Die Ergebnisse beider Studien zeigten: Das „Szenario“ der ZDF-Dokumentation ist bereits einige Male eingetreten und während den letzten Jahrzehnten wurde New York sogar von vergleichweise wenig Hurrikans heimgesucht. Zudem traten diese bei kälteren Temperaturen häufiger auf als bei den heutigen. Das ist aber weitestgehend egal, denn Horror-Szenarien sorgen für bessere Quoten.

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