Amerikanische Dürren

Ein beliebtes Sujet in Verbindung mit der globalen Erwärmung ist wohl ein ausgetrockneter Boden. Dürren bedrohen die lokale Landwirtschaft und bringen auch sonst einige Unannehmlichkeiten mit sich.

James Hansen, welcher seit Jahrzehnten (mit Recht) vor der Klimaerwärmung warnt – und dabei eher zu Über-, denn zu Untertreibungen neigt -, hielt bereits vor 20 Jahren Reden vor dem amerikanischen Senat und präsentierte seine Forschungsresultate. [Hier] ist eine seiner Ausführungen vor dem US-Senat online verfügbar.

Steve McIntyre von Climate Audit untersuchte anfangs 2008 Hansens Prognosen aus dem Jahr 1988. Die Temperatur-Prognose nach Szenario A von Hansen et al. sah wie folgt aus:

Dabei ist klar ersichtlich, dass der Südwesten der USA eine Abkühlung erleben sollte, während sich der Osten erwärmt – es sollte das ziemliche Gegenteil eintreffen:

Dort, wo bei Hansen ein blauer Punkt zu finden ist, zeigte sich eine besonders starke Erwärmung, während sich der Südosten Nordamerikas sogar abkühlte. Was nun natürlich von Interessse ist: Welche Auswirkungen hatte diese Erwärmung auf die lokale Häufigkeit von Dürren? Pederson et al. untersuchten eben diese Thematik, ihre Arbeit wurde 2006 im Journal „Earth Interactions“ (einem Magazin der American Geophysical Union und American Meteorological Society) veröffentlicht. Ihre Untersuchungen zeigten keinen definitiven Trend im Zeitraum 1950-2000. Fast bemerkenswerter ist aber der lange Zeitraum ihrer Studie, welcher ausserordentlich starke und kurzfristige Schwankungen offenbarte:

2004 relativierte eine Studie aus dem Magazin „Climate Research“ allfällige „Noch nie dagewesen“-Szenarien. Verglichen mit den letzten 800 Jahren war das 20. Jahrhundert weder aussergewöhnlich trocken, noch ungewöhnlich nass:

„Conditions during the 18th century were much wetter than they are today, and the droughts that occurred during the 16th century tended to be both longer and more severe.“

Die derzeitige Situation fällt also ziemlich gut in die natürliche Variabilität:

„Growing-season moisture conditions during the 20th century appear to be well within the range of natural climate variability when compared to the 800 yr record.“

Im Prinzip deuten die Proxydaten darauf, dass bezüglich Dürren (im Südwesten der USA) alles im „grünen Bereich“ ist – was sich mit einer zusätzlichen Erwärmung natürlich noch verändern kann. Zudem zeigte die Untersuchung von Climate Audit, dass zumindest berechtigte Zweifel gegenüber Prognosen von Hansen bestehen.

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Eine Antwort to “Amerikanische Dürren”

  1. Nils Simon Says:

    Der Artikel ist sehr schlecht aufgebaut. Von Hansen wird nur ein Szenario gezeigt, während selbst bei Climate Audit die Szenarien A und B zu sehen sind. Auf Szenario B sieht man im Südwesten keine Erwärmung, dafür aber im Südosten. Statt dem genauen Gegenteil, wie hier dargestellt, entsteht also eine deutlich verminderte Abweichung (wenn das Ergebnis auch nach wie vor falsch ist). Als nächster Punkt wird eine Grafik gezeigt, welche den Jahres-Temperaturtrend über die USA im Verlauf des 20. Jahrhunderts zeigt. Hansens abgebildetes Szenario bezieht sich auf die 1990er Jahre, und dort auch nur auf die Sommermonate. Mag sein, dass auch beim Vergleich mit dem korrekten Zeitraum der Fehler offensichtlich wird (die Bilder aus dem IPCC-Report bei McIntyre lassen das vermuten). Mit der hier präsentierten mangelhaften Analyse kann man aber wohl nicht zu einer so weit reichenden Schlussfolgerung kommen wie die, „dass zumindest berechtigte Zweifel gegenüber Prognosen von Hansen bestehen.“ Da kommt auch noch eine ziemlich unfundierte ad hominem-Note mit hinein. Wäre ne gute Gelegenheit gewesen, was über die Entwicklung regionaler Klimamodelle seit den 1980ern und ihre nach wie vor bestehenden Mängel zu schreiben. Literatur zur Verwertung gibts zum Beispiel vom CCSP: Climate Models: An Assessment of Strengths and Limitations. Schade, Chance vertan!

    [Der Aufbau ist dramaturgisch perfekt, höchstens über den Inhalt lässt sich streiten. Von Hansen zeigte ich eigentlich primär aus ästethischen Gründen Szenario A, da eine Grafik von A und B schlicht zu gross ausgefallen wäre. Bezüglich der Temperaturentwicklung scheint ja Hansens Szenario B das beste zu sein. Aber seine Prämisse zu Szenario A lautete wie folgt: „Slow Exponential Growth („business as usual“)“ (Seite 69). Meiner Ansicht nach ist – von der Emissionsseite her betrachtet – eher Szenario A als B eingetroffen, weshalb ich mich auch auf A fokussiert habe. Kann aber auch sein, dass ich bei meiner Grundannahme geirrt habe, aber von „limited emissions“ ist meiner Meinung nach (leider!) sehr wenig zu sehen. Der Rest war weitestgehend von McIntyre übernommen worden, wie Du bereits vermerkt hast. Die „weit reichende Schlussfolgerung“ war – so aus der Retroperspektive – tatsächlich ein wenig überzeichnet. Mit den Worten von McIntyre:

    „I’m not pointing out these pattern defects to say that everything is „wrong“; only that not everything is „right“.“

    Die „berechtigten Zweifel gegenüber Prognosen von Hansen“ fruchten ja aber auch von anderen Beiträgen auf Climate Review oder Aussagen von ernstzunehmenden Wissenschaftlern wie W.M. Connolley. Climate Review.]


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