Hurrikan-Mix

Hurrikans (oder Zyklone/Tropenstürme) sind zur Zeit aufgrund der tragischen Geschehnisse in Burma wieder in den Schlagzeilen.

Climate Review hat schon einige Male aufgezeigt, dass sich in der Hurrikan-Debatte kein Trend in Richtung Konsens beobachten lässt – wenngleich dies Al Gore in seinem Film behauptet hatte. Der folgende Beitrag stellt drei bunt zusammengewürfelte Studien kurz vor.

1. Vor etwas mehr als einem Jahr veröffentlichte das Magazin „Tellus“ eine Studie von Bengtsson et al. (darunter auch N. Keenlyside, Autor der Verwirrung stiftenden Nature-Studie). Die Arbeit mit dem Titel „How may tropical cyclones change in a warmer climate?“ versuchte anhand von Klimamodellen die zukünftige Hurrikan-Intensität und -Häufigkeit in einem wärmeren Klima zu simulieren.

Bengtsson et al. folgereten dabei, dass Hurrikans zukünftig wahrscheinlich weniger oft auftreten, dafür aber stärker sein werden:

„Also in this case, there is a reduction by some 10% in the number of simulated TC in the 21st century compared to the 20th century but a marked increase in the number of intense storms.“

Im letzten Abschnitt der Konklussion trifft man auf folgende Aussage:

„Consequently, under these general assumptions, and that we may consider the model results as credible, the claim that present trends in TC intensification are caused by climate change are presumably not robust but more likely due to natural varibility.“

Dieses Zitat bestätigt die Aussagen von M. Latif, der anfgans 2008 (mit einigen Kollegen) die gestiegene Hurrikan-Aktivität im Atlantik auf natürliche Zyklen zurückführte.

2. Eine etwas ältere Publikation (2001) des indischen Centre for Atmospheric Sciences im Magazin „Current Science“ untersuchte Hurrikans-Trends im Golf von Bengalen und dem Arabischen Meer. Also in jener Gegend, in welcher auch Wirbelsturm „Nargis“ auftrat.

Während die gezogenen Schlüsse bezüglich der zukünftigen Hurrikan-Aktivität aufgrund ihres Alters wenig Überraschendes bieten, konnte vor allem die Rekonstruktion der Hurrikan-Aktivität bis ins Jahr 1890 Aufmerksamkeit erhaschen:

Wie schon ein Beitrag auf dem Blog „Climate Skeptic“ zeigte, sind Wirbelstürme der Grössenordnung/Zerstörungskraft „Nargis“ in dieser Gegend kein neues Phänomen. Zudem scheint die Hurrikan-Aktivität der Dekade 1990-2000 im langjährigen Vergleich sogar ungewöhnlich gering zu sein.

3. Im Magazin „Geophysical Research Letters“ wurde im Juli 2007 ein Paper von Chang und Guo veröffentlicht, die beide an der Stony Brook University in New York forschend tätig sind. Die beiden Wissenschaftler vermuteten, dass die gestiegene Häufigkeit von Hurrikans im Atlantik möglicherweise durch unterschiedliche Beobachtungsquellen hervorgerufen sein könnte. Erst seit etwa 30 Jahren kann man mit Hilfe von Satelliten jeden Hurrikan entdecken. Früher war man hingegen stark auf die Beobachtungen von Schiffen angewiesen.

Chang und Guo folgerten im Zuge ihrer Arbeit, dass man im Zeitraum 1904-1913 etwa 2 Hurrikans pro Jahr zu wenig entdeckt hatte. Nach den 1920er-Jahren soll dieser „undercount“ auf <1 Hurrikan pro Jahr gesunken sein:

„It is estimated that the number of tropical cyclones not making landfall over any continent or the Caribbeans may have been underestimated by up to 2.1 per year during 1904–1913, with this number decreasing to 1.0 per year or less during the 1920s and later decades.“

In einem Gastkommentar auf RealClimate schrieb der Schweizer Wissenschaftler Urs Neu zu den Resultaten von Chang und Guo:

„Altogether these assumptions likely tend to somewhat underestimate the undercount.“

Auch sonst ist der Kommentar auf RealClimate sehr lesenswert, behandelt er doch die Unsicherheitsbereiche von vergangenen Hurrikanaufzeichnungen und passt deswegen ganz gut zu dem Climate Review-Artikel „Proxyprobleme„.

Frohe Festtage!

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