Hurrikan-Neuigkeiten

Erneut muss ich eingestehen, dass Zeit in den letzten Wochen zur Mangelware geworden ist. Für die ungewöhnlich lange Periode ohne neue Beiträge entschuldige ich mich.

Nichtsdestotrotz präsentiert Climate Review ein kurzes Roundup von aktuellen Hurrikan-Studien, um so vielleicht dem einen oder anderen zu einem wertvollen Input verhelfen zu können.

In letzter Zeit wurden einige Studien zum Thema Hurrikans veröffentlicht: Knutson et al. im Magazin „Nature Geoscience“, Kuleshov et al. im „Geophysical Research Letters“ und Wang et al. im „Geochemistry Geophysics Geosystems“.

Alle drei Studien sind sehr lesenswert und ziehen interessante Schlüsse. So kamen Knutson et al. bespielsweise zum Resulat, dass Hurrikans im Atlantik zukünftig weniger häufig vorkommen sollen:

„Our results do not support the notion of large increasing trends in either tropical storm or hurrican frequency driven by increases in atmospheric greenhouse-gase concentrations.“

Der oft beschriebene Zusammenhang zwischen gestiegener Hurrikan-Anzahl und der globalen Klimaerwärmung scheint einmal mehr zweifelhaft, wohingegen (in meinen Augen) bei der Stärke zukünftiger Hurrikans eine viel grössere Kontroverse besteht. Eine Diskussion zu Knutson et al. war auch auf RealClimate zu finden, wobei ich die Konklusionen mittlerweile nicht mehr präsent habe. Wenn ich mich nicht irre, fanden Knutson et al. keinen Anstieg des PDI (Power Dissipation Index), die – nach RealClimate – etwas genauere Studie von Emanuel et al. hingegen schon. In den Kommentaren finden sich auch Rechtfertigungen und/oder Stellungsnahmen der beteiligten Forscher.  

World Climate Report berichtete kürzlich über eine Studie von vier australischen Wissenschaftlern, die am National Climate Centre in Melbourne forschen. Die Arbeit wurde am 7. Mai 2008 im Journal „Geophysical Research Letters“ veröffentlicht. In der Einleitung wurden zuerst Webster et al. wie folgt zitiert:

„Recently, trends in global TC activity for the period 1970 to 2004 have been examined by Webster et al. [2005]. They concluded that no global trend has yet emerged in the total number of tropical storms and hurricanes.“

Danach berichteten Kuleshov et al. von einem negativen Trend in der Hurrikan-Anzahl der Südhemisphäre – wenngleich dieser nicht statistisch signifikant ist. Auch für Hurrikans mit einem minimalen Druck von 970 hPa war kein Trend zu erkennen. Für Stürme mit einem Druck von minimal 945 hPa im Zentrum erkannten Kuleshov et al. hingegen einen positiven Trend.

Zum Schluss verweise ich gerne auf die aktuellste Arbeit von Wang, Lee & Enfield. Wang und Lee machten zuletzt mit einer Arbeit auf sich aufmerksam, in der sie nahelegten, dass die zunehmende Erwärmung möglicherweise die Anzahl küstenerreichender Hurrikans im Atlantik reduzieren wird – Climate Review berichtete darüber. In ihrer neusten Arbeit erläuterten Wang et al. diese Verbindung ein weniger präziser und schrieben unter anderem:

„More specifically, an anomalously large (small) AWP reduces (enhances) the vertical wind shear in the hurricane main development region and increases (decreases) the moist static instability of the troposphere, both of which favor (disfavor) Atlantic tropical cyclone activity.“

Ohne abschliessendes Statement wünsche ich ein schönes Wochenende!

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