Einmal mehr: Hurrikans

Nirgendwo finden sich auf Climate Review derzeit mehr Beiträge als in der Kategorie „Hurrikans“.

Auch dieser Beitrag widmet sich ganz den tropischen Stürmen und greift dabei folgende Aspekte auf: Verbindung zwischen Hurrikans und Meeresoberflächentemperatur, Hurrikan-Erfassung in der Vergangenheit und (wie so oft) Hurrikan-Trends.

Als erstes soll die älteste der drei Studien vorgestellt werden. 2002 veröffentlichte das „Journal of Climate“ eine Arbeit von Solow und Moore. Die beiden Autoren wollten Trends in der Hurrikan-Aktivität des Atlantiks ausfindig zu machen, stiessen aber aufgrund der mangelnden Datenlage auf zahlreiche Probleme:

„The record of annual counts of North Atlantic hurricanes is incomplete prior to the advent of regular aircraft reconnaissance in 1946.“

Solow und Moore versuchten die unvollständige Datenlage vergangener Hurrikans mit Hilfe von statistischen Methoden zu ergänzen. Dazu verwendeten die beiden Wissenschaftler vor allem die Daten von Hurrikans, die auch die Küsten Amerikas erreichten. In der Konklusion hielten Solow und Moore fest:

„The results show no significant trend in basinwide hurricane activity over the period 1900–98.“

Was auch dieser Grafik entnommen werden kann:

Am 3. Juni 2008 veröffentlichte Solow zusammen mit Andrew R. Beet (beide vom Woods Hole Oceanographic Institution in Massachusetts, USA) eine neue Arbeit, die im Magazin „Geophysical Research Letters“ veröffentlicht wurde.

In der Studie mit dem Titel „On the incompleteness of the historical record of North Atlantic tropical cyclones“ schrieben Solow und Beet ebenfalls über die Probleme aufgrund der unvollständigen Datenlage bezüglich Hurrikans im Atlantik. Dabei stach beim Lesen vor allem folgender Satz ins Auge:

„Allowing for record incompleteness reduces the estimated effect of sea surface temperature on annual tropical cyclone activity.“

Die steigenden Meeresoberflächentemperaturen (und die damit verbundene stärkere Evaporation) wird oft als Grund angegeben, weshalb die Hurrikan-Aktivität bei einer weiteren Erwärmung zunehmen soll. Solow und Beet negieren diesen Effekt zwar nicht, meinen aber, dass er kleiner als bis anhin angenommen ausfallen könnte.

Auch einen kleineren Einfluss der Wassertemperaturen auf die Hurrikan-Entwicklung stellten Wang & Zhou vom Department of Meteorology der University of Hawaii fest. In ihrer Studie, die 2006 im Journal „Meteorology and Atmospheric Physics“ abgedruckt wurde, schrieben Wang und Zhou beispielsweise:

„This idea differs from the current notion that increasing SST can lead to more frequent occurrence of category 4 or 5 hurricanes through local thermodynamics.“

Die beiden Wissenschaftler meinten, dass andere atmosphärische Prozesse die Entwicklung von Hurrikans stärker beeinflussen. Wang und Zhou sahen den Grund für eine (möglich) steigende Hurrikan-Intensität im Abdriften des Entstehungsgebiet in südlichere Breitengrade:

„Our results also suggest that when the mean latitude, where the tropical storms form, shifts southward […] the proportion of super typhoon or major hurricane will likely increase.“

Ansonsten gilt es noch zu erwähnen: 

„This result suggests that the number of supper typhoons has no upward trend in the past 40 years.“

Kein Aufwärtstrend in der Frequenz von besonders starken Hurrikans, in Zweifel gezogene klare Korrelation von Wassertemperatur und Hurrikan-Stärke oder Häufigkeit – Pazifik, was erlaubtest du dir?

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