Temperatur-Entwicklung

Die Klimadebatte dreht sich primär um die Temperatur der Erde. Der Ausdruck „Klimaerwärmung“ lässt ja auf nichts anderes schliessen als auf eine Veränderung der Erdtemperatur.

Diese Erwärmung hat zahlreiche Auswirkungen auf die Tier- und Pflanzenwelt, die Sturmbildung, den Niederschlag, den Menschen und so weiter und so fort. Eine zentrale Frage ist deshalb: Wie entwickelt sich die Temperatur mittel- und langfristig?

Diesbezüglich hat Climate Review bereits einige Einblicke geben können. Einerseits wurden die fragwürdigen Thesen von Professor Easterbrook vorgestellt, andererseits die umstrittenen Ergebnisse der Studie von Keenlyside et al. präsentiert.

Wird eine Studie nicht in einem „westlichen“ Journal publiziert, oder hat dieses – wegen welchen Gründen auch immer – nur einen geringen Impact-Factor, so geraten die Erkenntnisse oft gar nie an die Öffentlichkeit. Genau so erging es einer noch jungen Studie zweier chinesischer Wissenschaftler. Zhen-Shan und Xian von der Nanjing Normal University veröffentlichten nämlich eine Studie mit dem interessant klingenden Titel „Multi-scale analysis of global temperature changes and trend of a drop in temperature in the next 20 years„.

Die Arbeit wurde 2007 im Journal „Meteorology and Atmospheric Physics“ abgedruckt und wie gewöhnlich peer-reviewed. Zhen-Shan und Xian verwendeten spezifische statistische Verfahren um die Temperatur-Entwicklung der vergangenen 120 Jahre zu analysieren. Dabei kamen die Wissenschaftler zum Schluss, dass wir in mittelfristiger Zukunft wahrscheinlich eine Abkühlung erleben dürfen:

„Hence, we consider that global temperature will witness a drop on 20–60-year timescales in the following 20 years.“

Dass diese Aussagen gar nicht so abwegig sind, dürften die oben verlinkten und zitierten Beiträge von Climate Review gezeigt haben. Doch die chinesischen Forscher brachten noch weitere kontroverse Sätze zu Papier. So soll der anthropogen verstärkte Treibhauseffekt „nur“ gut 40% der registrierten Erwärmung seit 1881 verursacht haben:

„[…] the contribution of CO2 concentration to global temperature variation is no more than 40.19%, or in other words, 59.81% of the weight of global temperature variation.“

Wobei die Wissenschaftler nicht die Grundlagen des verstärkten Treibhauseffekts anzweifeln, ihrer Meinung nach könnte der Einfluss von CO2 aber überschätzt worden sein:

„Although the CO2 greenhouse effect on global climate changes is unsuspicious, it could have been excessively exaggerated. It is high time to re-consider the global climate changes.“

Die Arbeit von Zhen-Shan und Xian wurde übrigens von der NSF (National Science Foundation) of China finanziert – es sollten also keine dubiosen Geldgeber ihre Finger im Spiel gehabt haben. Zudem wurden in der Studie die Datensets vom IPCC verwendet.

Ob die Resultate von Zhen-Shan und Xian tatsächlich eintreten oder nur ein weiteres Beispiel dafür sind, dass man bei genügender Daten-Bearbeitung jedes gewünschte Ergebnis erhalten kann, werden die nächsten Jahrzehnte zeigen. Und diese werden wir hoffentlich alle miterleben.

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Veröffentlicht in Modelle & Prognosen. 2 Comments »

2 Antworten to “Temperatur-Entwicklung”

  1. georghoffmann Says:

    Taeusche ich mich und dir ist ein aussergewoehnlich Freudscher Kopierfehler passiert. Bei dir steht:
    “[…] Intergovernmental Panel on Climate Change recently projected that, even in the next 20 years, the global climate will warm by around 0.”

    und in meiner Kopie des Wood Kommentars steht:

    „the Intergovernmental Panel on Climate
    Change recently projected that, even in the
    next 20 years, the global climate will warm by
    around 0.2 °C per decade for a range of plausible
    greenhouse-gas emission levels1.“

    Wobei man nichtmals von Taeuschung reden kann. Die „0.2°C“ hast du eben genau bei „0.“ abgebrochen. Das kann ja mal passieren.

    [Vielen Dank für Deinen Kommentar. Ich kann bzw. konnte nicht per Universitäts-Netzwerk auf den ganzen Artikel zugreifen, weshalb ich auf den Abstract angewiesen war. Und dort stand und steht noch heute der von mir kopierte Satz. Irgendeine Idee weshalb? Climate Review.]

  2. georghoffmann Says:

    Sorry dann fuer mein Pfund Sarkasmus.
    Ich gehe einfach von Schlamperei bei Nature aus. Im Abstract des eigentlichen Artikel steht der Satz ueberhaupt nicht und so hat wohl jemand beim Kopieren aus dem Text herauus sich verhauen.

    [Kein Problem 🙂 Ich bin ja froh, wenn mich jemand auf eine falsche Wiedergabe aufmerksam macht. Die entsprechenden Passagen werde ich in den kommenden Tagen mal abändern. Ein sehr peinlicher Lapsus vom Nature. Climate Review.]


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