Unterschiedliche Meeresspiegelerhöhungen

Das Earth Observatory der NASA veröffentlichte kürzlich einen Artikel zur Meeresspiegelerhöhung im Zeitraum 1993-2007.

In Zeitungen und Magazinen wird man des Öfteren mit einer millimetergenauen Angabe zur Meeresspiegelerhöhung der letzten Jahren konfrontiert. Dabei handelt es sich aber jeweils um Durchschnittswerte, da sich die Meere kaum einheitlich verhalten.

Wo der Meeresspiegel wieviel angestiegen ist, zeigt die eben veröffentlichte Grafik der NASA.

Interessant finde ich dabei die Tatsache, dass relativ grosse Teile der Ozeane keine Erhöhung des Meeresspiegels verzeichneten. Insbesondere der östliche Pazifik bis an die Küsten Nord- und Südamerikas veränderte seine Höhe nicht signifikant.

Die starke Erhöhung im westlichen Teil des Pazifiks ist laut dem Earth Observatory-Bericht auf eine starke PDO-Phase während dem Beobachtungszeitraum zurückzuführen. Durch diese Warm-Phase erwärmte sich die Wasseroberfläche ungewöhnlich stark und dehnte sich wegen der thermalen Expansion aus – daraus resultierte die überdurchschnittliche Meeresspiegelerhöhung.

Wer genau hinsieht, wird einige kleine Grün/Blau-Tupfer im Westatlantik finden. Dort hat sich der Meeresspiegel während der Beobachtungsphase gar abgesenkt. Das Earth Observatory vermutet einen Zusammenhang mit dem Golfstrom:

„[…] could indicate a change in the average latitude or velocity of the Gulf Stream Current.“

Die tiefroten Punkte östlich vor Japan könnten ebenfalls durch die Veränderung eines Strömungsmusters ausgelöst worden sein. Die Meeresströmung vor Japan trägt übrigens den Namen Kuroshio und ist gemäss Earth Observatory ein Analogon des Golfstroms.

Wer aufmerksam mitgelesen hat, wird sich die Frage stellen, was der Grund für die Veränderungen der Meeresströmungen sein könnte. Auf diese Frage kennt auch der verlinkte Artikel der NASA keine Antwort. Es wird gesagt, dass es sich entweder um natürliche Zyklen handeln könnte oder um eine anthropogen induzierte Veränderung:

„Changes in the location or velocity of ocean currents over the span of decades can be part of a natural cycle, or they may indicate the beginning of a long-term change in a current as a result of human-caused climate change.“

Daten zur vereinheitlichten Erhöhung des Meeresspiegels findet man übrigens auf der Seite der University of Colorado at Boulder. Dort trifft man auf folgende Illustration:

Meiner Beurteilung nach hat sich der Meerespiegel seit Mitte 2004 nicht mehr erhöht. Diese kurzfristige Stagnation kompensiert aber natürlich in keinsterweise die beeindruckende Erhöhungsrate von 3.2mm pro Jahr.

Einen schönen Tag und weiterhin viel Spass auf dem Blog.

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