Extremereignisse in der Schweiz

Mit dem Klimawandel nehmen extreme Wettersituationen zu. Dies führte uns zuletzt die ZDF-Reportage „Die Sintflut“ vor Augen. Für die Reportage liess ZDF die Stadt Köln im Jahre 2032 in Regenfällen sprichwörtlich untergehen.

Bereits damals zeigte Climate Review, dass die Messdaten bis anhin keinen Beweis für die angeblich enge Korrelation von Temperatur und Fluten liefern konnten. Heute wollen wir uns die Extremereignisse der Schweiz genauer anschauen.

Die für den folgenden Beitrag verwendete Quelle heisst „Extremereignisse in der Schweiz“ und war ein Kapitel im 2003 erschienenen Report „Extremereignisse und Klimaänderung“ der schweizerischen Organisation „OcCC„. Verfasser des Kapitels war Prof. Dr. Heinz Wanner von der Universität Bern. Wanner ist Autor zahlreicher Studien und Vorsteher mehrerer Klimaforschungsgremien.

Im verwendeten Kapitel charakterisierte H. Wanner zuerst verschiedene Extremereignisse und wie sie in der Schweiz auftreten. Danach wurde auf die Problematik der Quellenlage aufmerksam gemacht und die Unverzichtbarkeit von Proxydaten erklärt. Dann, auf Seite 4, beginnt die eigentliche Analyse.

Zu Beginn wurde die Häufigkeit von kalt-trockenen Winter analysiert. Wanner stellte fest, dass aussergewöhnlich kalte und trockene Winter-Monate praktisch nur in der Periode 1700-1900 auftraten. Spitzenwerte verzeichneten die Jahre um 1750, ein Zusammenhang mit der Kleinen Eiszeit liegt auf der Hand. Fast interessanter im Kontext der Klimaerwärmung erscheint aber die Häufigkeit warm-trockener Sommer. Diese traten gemäss Prof. Dr. Tanner vor allem im Zeitraum 1600-1700 besonders häufig auf:

Die Situation um die Jahrtausendwende war – verglichen mit dieser langen Zeitperiode – keineswegs sehr aussergewöhnlich. Selbstkritisch anzumerken bleibt aber, dass die Grafik die letzten 8 Jahre nicht beinhaltet und deshalb die aktuellsten (und vielleicht auch überdurchschnittlich warmen) Sommer nicht abbildet.

H. Tanner befasste sich ebenfalls mit der Entwicklung von Stürmen und Hochwassern. Auch bei dieser Betrachtung reichte der Vergleichszeitraum bis zum Jahr 1500. Bezüglich besonders starken Winterstürmen schrieb Tanner: 

„Die allgemeine statistische Tendenz für die Alpennordseite weist für das 20. Jahrhundert eine Reduktion der Anzahl Sturmtage und im Winterhalbjahr eine Abnahme der Ereignisdauer der Winde mit Stärke 7–9 aus.“

Desweiteren hielt Tanner fest, dass das Schweizer Mittelland in den letzten 33 Jahren drei sogenannte Jahrhundertstürme registrierte, bemerkte aber zugleich:

„Wegen der Seltenheit der Ereignisse lässt sich daraus aber kein langfristiger statistischer Trend ableiten.“

Die Analyse der Hochwasser-Häufigkeit des Rhein offenbarte folgendes Bild:

Auffällig ist vor allem das häufige Auftreten von Hochwassern im Zeitraum der kleinen Eiszeit. Dies dürfte in Zusammenhang mit der stärkeren Schneeschmelze stehen. Tanner erklärte die Vergleichbarkeit der Werte aber als eingeschränkt, zumal in den letzten 120 Jahren diverse Eingriffe die Abflussbildung beeinträchtigt hätten.

Meiner Ansicht nach ist – mindestens in unseren Breitengraden – die Angst vor mehr Fluten in Folge der Klimaerwärmung ein zweischneidiges Schwert. Den anscheinend sind geringere Temperaturen der Flut-Frequenz ebenso dienlich. Allein der Zeitpunkt der Überflutung dürfte sich unterscheiden.

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