Stürmisches Australien

Gemäss dem Bureau of Meteorology hat sich Australien seit den 70er-Jahren um etwas mehr als 0.6°C erwärmt. Weil jede Veränderung der Temperatur gewisse Auswirkungen mit sich zieht (mehr Verdunstung, stärkere Bodenaustrocknung o.Ä.), lassen sich sicherlich auch in Australien einige Veränderungen beobachten.

Der Fokus der Betrachtung soll bei der Sturm-Entwicklung liegen.

Wie sieht es mit den Stürmen an Land aus? S. Davis und K.J.E. Walsh von der School of Earth Sciences der University of Melbourne untersuchten Trends in der Häufigkeit von Unwettern in Südost-Australien. Ihre Arbeit wurde erst kürzlich im „Australian Meteorological Magazine“ abgedruckt.

Die Untersuchung von Davis und Walsh umfasste den Zeitraum 1941-2004. Wie Climate Review schon mehrmals feststellen musste, existieren auch bezüglich der Sturm-Entwicklung einige Datenprobleme. Neben der Tatsache, dass man vor mehreren Jahrzehnten noch keine Satelliten-Daten zur Verfügung hatte und so einige Stürme gar nicht aufgezeichnet wurden, sind auch Veränderungen in der Beobachtungspraxis für eine allfällige Zunahme der Sturmtage mitverantwortlich. Die beiden australischen Wissenschaftler entdeckten nämlich einen eindeutig positiven Trend, den sie jedoch zumindest teilweise auf die unterschiedlichen Beobachtungspraktiken zurückführten:

„There has been a significant increase in the number of thunderdays from 1941-2004, but much of this increase may have been a result of changes in observing practices in the mid 1950s.“

Aufgrund dieser Problematik untersuchten die Forscher in ihrer Studie die Sturm-Entwicklung nun zeitlich gesondert. Plötzlich verschwanden einige Trends, andere blieben:

„Nevertheless, some of these trends remain when data after 1956 are analysed. Smaller increases have also occurred since the late 1960s.“

Eine zeitlich differenzierte Analyse zeigte beispielsweise folgende Grafik:

Während Unwetter in Südost-Australien also teilweise eine Zunahme während den letzten sechs Jahrzehnten aufzeigten, so ist der allgemeine Trend doch viel kleiner, als sich auf den ersten Blick vermuten liesse.

Das Bureau of Meteorology (BoM) veröffentlicht übrigens auch stets aktuelle Grafiken zur Hurrikan-Anzahl. Die aktuellste Ausgabe dieser Betrachtung offenbarte einen negativen Trend in der totalen Anzahl der Hurrikans und eine Stagnation der Frequenz starker Zyklone.

Das BoM schrieb übrigens auch:

„There have been three recent studies producing projections for tropical cyclone changes in the Australian region. Two suggest that there will be no significant change in tropical cyclone numbers off the east coast of Australia to the middle of the 21st century. The third study, based on the CSIRO simulations, shows a significant decrease in tropical cyclone numbers for the Australian region especially off the coastline of Western Australia.“

Keine der drei Studien offenbarte eine Zunahme an Hurrikans in der Region um Australien. Doch auch auf globaler Ebene erhärtet sich der Verdacht, dass bezüglich der Verbindung von Hurrikan-Frequenz und steigender Temperatur zu früh Schlüsse gezogen wurden. Das Bureau of Meteorology hielt fest, was Climate Review-Leser schon seit einiger Zeit wissen:

„Since that time there has been a growing number of studies that indicate a consistent signal of fewer tropical cyclones globally in a warmer climate.“

Es scheint, als zeichne sich ein Konsens ab.

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