Durcheinander

Mein Gefühl, dass interessante Neuigkeiten zum Klimawandel eher zyklisch und gruppenweise auftreten, hat sich in letzter Zeit bestätigt. Da meiner Meinung nach momentan eher Flaute herrscht, sollen wieder einmal einige Kleinigkeiten in einem Beitrag behandelt werden.

1. Schon seit einiger Zeit wollte ich über eine Studie zu Hagel-Trends in China bloggen, fand aber nie den passenden Kontext. Jetzt haben auch die Jungs von World Climate Report die Studie gefunden und vorgestellt. Die Arbeit (2. Juli 08 im „Geophysical Research Letters“) wurde von drei chinesischen Forschern verfasst. Diese untersuchten die Hagel-Entwicklung in China im Zeitraum 1960-2005. Dabei fanden Xie et al. heraus, dass China ein signifikanter Hageltage-Rückgang in der Periode 1980-2005 durchlebt hatte:

„The results show no trend in the mean Annual Hail Days (AHD) from 1960 to early 1980s but a significant decreasing trend afterwards.“

Dieser Rückgang ist eindrucksvoll in folgender Grafik festgehalten:

2. Am 9. Februar 08 wurde im Journal „Geophysical Research Letters“ eine Arbeit veröffentlicht, welche die Thermostat-Hypothese für den westpazifischen Warmpool (WPWP) behandelte. Dabei verlinke ich natürlich gerne auf den Climate-Review-Beitrag „Lindzens Iris„, der einen Erklärungsansatz für die folgenden Beobachtungen liefert. Kleypas et al. gingen in ihrer Studie nämlich der Frage nach, wieso im Westpazifik das Bleichen von Korallen viel weniger häufig auftretet, wie in anderen Meeresregionen. Dazu folgende Illustration:

Da Korallenbleichen in einem Zusammenhang mit der Wassertemperatur der Meeresoberflächen stehen, implizieren die vergleichweise geringen Prozentsätze an gebleichten Korallen, dass im Pazifik eine Art Selbstregulierungsmechanismus der Temperatur existieren könnte. Kleypas et al. schrieben:

„Analysis of SST data indicate that the warmest parts of the WPWP have warmed less than elsewhere in the tropical oceans, which supports the existence of thermostat mechanisms that act to depress warming beyond certain temperature thresholds.“

Ein weiterer empirischer Beweis für Lindzens Iris?

3. Drei Forscher aus den USA und Kanada veröffentlichten kürzlich eine weitere Temperatur-Rekonstruktion. Die Arbeit wurde am 4. Juli 2008 im Magazin „Geophysical Research Letters“ abgedruckt. Das Besondere an der Rekonstruktion von Huang et al. ist, dass sie satte 20’000 Jahre zurückreicht. Der Referenzzeitraum bildete die Periode 1961-1990 – durchaus warme Jahre also. In ihrer Arbeit schrieben Huang et al.:

„The reconstructions show the temperatures of the mid-Holocene warm episode some 1–2 K above the reference level, the maximum of the MWP at or slightly below the reference level, the minimum of the LIA about 1 K below the reference level, and end-of-20th century temperatures about 0.5 K above the reference level.“ 

Fazit: Die Mittelalterliche Warmperiode darf als vergleichbar warm wie die jüngsten Jahrzehnte (zumindest bis und mit 1990) bezeichnet werden. Die Warmperiode in der Mitte des Holozäns war gar noch deutlich wärmer als die erst kürzlich registrierten „Rekordjahre“.

Für alle, die sich in ihren Sommerferien befinden: Hoffentlich kommt bald schöneres Wetter mit wärmeren Temperaturen!

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