Ozeane und kontinentale Erwärmung

Obschon Ferien sind und damit eigentlich genug Zeit vorhanden sein sollte, um weitere Beiträge zu verfassen, liegt der letzte Post von Climate Review bereits über eine Woche zurück. Das liegt aber weniger daran, dass der Schreibstoff rar wurde, sondern an zu hohen qualitativen Ansprüchen meinerseits. 

In einer kurzen Rückbesinnung auf die selbstgestellten Ansprüche (nachzulesen unter „Über Climate Review„), entschloss ich mich nun, einfach mal wieder kontroverse Studien vorzustellen – ungeachtet zu jedwelchen Widersprüchen.

Derzeit befindet sich im Journal „Climate Dynamics“ ein Paper „in press“, das auf den Titel „Oceanic influences on recent continental warming“ hört. Die beiden Autoren Gilbert P. Compo (University of Colorado) und Prashant D. Sardeshmukh (National Oceanic and Atmospheric Administration) folgerten im Zuge ihrer Arbeit, dass die derzeitige Land-Erwärmung nicht monokausalen Ursprungs ist. An sich ist diese Behauptung gar nicht neu, zumal der verstärkten Sonnenaktivität (zumindest zu einem Teil) die Erwärmung bis etwa 1950 zugeschrieben wird.

Compo und Sardeshmukh suchten aber nicht im Extraterrestischen nach alternativen Erklärungsansätzen für die jüngst beobachtete Erwärmung, sondern untersuchten den Einfluss der Ozeane. Im Abstract ihrer Arbeit schrieben die beiden Wissenschaftler:

Evidence is presented that the recent worldwide land warming has occurred largely in response to a worldwide warming of the oceans rather than as a direct response to increasing greenhouse gases (GHGs) over land.“

Und im Kapitel „Discussion and Conclusions“ folgteren Compo und Sardeshmukh weiter:

„They suggest that the recent oceanic warming has caused the continents to warm through a different set of mechanisms than usually identified with the global impacts of SST changes.“

Die Erwärmung über Land soll also zu grossen Teilen durch die Ozeane ausgelöst worden sein und nicht direkt durch die gestiegene Treibhausgas-Konzentration. Die nun relevante Frage lautet natürlich, was die Ozeane dann zur Erwärmung bewegte. Die beiden Autoren vermuten eine Kombination von anthropogenen und natürlichen Ursachen:

„There is a hint of an underestimation of simulated decadal SST variability even in the published IPCC Report […]. Given these and other misrepresentations of natural oceanic variability on decadal scales […], a role for natural causes of at least some of the recent oceanic warming should not be ruled out.“

Nach Ansicht der Autoren ist es wichtig, dass der Einfluss der Ozeane auf die kontinentale Erwärmung in künftigen Klimamodellen miteinbezogen werden muss. Nur so können diese verlässlichere Resultate liefern.

Insgesamt eine sehr interessante Arbeit, die vertiefte Einblicke in die komplizierte Kopplung von Ursache und Wirkung ermöglicht.

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