Immer nur Pessimismus

Eines scheint klar: So ziemlich jede Veränderung, welche die Klimaerwärmung mit sich bringt, ist negativ – nein, muss negativ sein. Ob dem tatsächlich so ist, wird selten angezweifelt und plötzlich wird der Status quo zum schützenswerten Gut erklärt.

Selbstverständlich wissen wir alle, dass sich Katastrophen-Meldungen besser verkaufen, als ihre optimistischen Pendants. Unter anderem deshalb wird auch das öffentlich-rechtliche Fernsehen von Dokumentationen mit vielsagenden Titeln wie beispielsweise „Die Rückkehr der Sintflut“ dominiert.

In jenen Machwerken wird dem Laien dann suggeriert, dass alles schlimm ist und ohnehin noch viel schlimmer kommt, als vornherein erwartet. Beispiele dafür zeigte Climate Review bereits zur Genüge, um auf Tuchfühlung zu gehen genügt es, die Rubrik „Medien“ anzuklicken und zu durchstöbern.

Wer obig erwähnte Dokumentation vom ZDF gesehen hat, wird sich vielleicht erinnern können, wie hoffnungslos die Situation in Bangladesh geschildert wurde. Auf der Homepage zur „Rückkehr der Sintflut“ ist Folgendes zu lesen:

„Schon heute müssen auf Grund des Meeresspiegelanstiegs immer wieder ganze Dörfer und Städte geräumt und hunderttausende Menschen umgesiedelt werden.“ 

Ob diese Aussage so stimmt oder nicht, kann ich derzeit nicht beurteilen. Fakt ist aber, dass in den letzten Tagen eine Meldung die Runde machte, die so gar nicht in das Bild eines versinkenden Bangladeshs passen wollte. Forscher vom Center for Environment and Geographic Information Services (CEGIS) in Dhaka haben nämlich herausgefunden, dass Bangladesh durchschnitttlich 20 Quadratkilometer Landfläche pro Jahr dazugewonnen hat.

Zu erklären ist dieser Flächengewinn trotz steigendem Meeresspiegel gemäss dem Forscher M.H. Sarker wie folgt: Flüsse wie der Ganges oder der Brahmaputra spülen jedes Jahr über eine Milliarde Tonne Sedimentgestein von den Bergen an die Küsten von Bangladesh, wo es sich ablagert und anscheinend zu einem Landgewinn beiträgt. Die Studie des CEGIS widerspricht damit auch Forschern wie James Hansen, der für Bangladesh eine sehr düstere Zukunft voraussagte.

Mahfuzur Rahman, Vorsteher des Bangladesh Water Development Board’s Coastal Study and Survey Department, zeigte sich ebenfalls optimistisch und sieht weitere Landgewinne in Reichweite:

„A rise in sea level will offset this and slow the gains made by new territories, but there will still be an increase in land. We think that in the next 50 years we may get another 1,000 square kilometres of land.“ 

Gegenüber der Nachrichtenagentur AFP sagte Rahman ausserdem, dass zahlreiche Forscher zu generelle Ausssagen trafen und die Landgewinne durch Sedimentablagerungen unterschätzen, zudem gebarte sich der Forscher skeptisch, was die Untergangsszenarien einiger Experten angeht:

„For almost a decade we have heard experts saying Bangladesh will be under water, but so far our data has shown nothing like this.“

Schön, mal wieder solche Stimmen zu hören. Ob Sarker und Rahman aber schlussendlich als zu grosse Optimisten oder andere als übertriebene Pessimisten dastehen werden, können uns zwangsläufig nur die kommenden Jahrzehnte zeigen.

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Eine Antwort to “Immer nur Pessimismus”

  1. Martin Eisenhardt Says:

    Guter Beitrag, der sehr schön zeigt, dass viele (vielleicht sogar die meisten oder alle?) Katastrophenmeldungen der Klimaphobiker irreführend, reißerisch und einfach falsch sind. Aber wer will sich schon mit der Realität aufhalten, wenn es sooo schöne Katastrophenszenarien gibt, mit der man seine innere Leere füllen und seinem Leben wieder ein hehres Ziel geben kann …

    Eine Sache aber doch:

    Forscher vom Center for Environment and Geographic Information Services (CEGIS) in Dhaka haben nämlich herausgefunden, dass Bangladesh in den letzten Jahrzehnten 20 Quadratkilometer Landfläche dazugewonnen hat.

    Das stimmt so nicht ganz. Es sind 20 Quadratkilometer pro Jahr, also ein ganz immenser Landgewinn; weiter unten im Beitrag wird das dann auch deutlich, wenn von 1000 Quadratkilometern Zuwachs in den nächsten 50 Jahren die Rede ist.

    Tatsächlich ist diese Schätzung sogar eher konservativ, da Bangladesh allein in den letzten 30 Jahren schon 1000 Quadratkilometer Landfläche gewonnen hat und nichts darauf hindeutet, dass sich diese Entwicklung verlangsamen könnte.

    [Vielen Dank für die netten Worte und die Korrektur. Ich dachte noch, wieso da stand „we may get another 1,000 square kilometres of land“. Wird natürlich sofort korrigiert. Climate Review.]


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