Hurrikans aufs Neue

Obwohl unter der Kategorie „Hurrikans“ mittlerweile gut und gerne 20 aktuelle und glaubwürdige Studien eingesehen werden können, die dem früheren Paradigma (wärmere Wassertemperaturen führen zu mehr Hurrikans) widersprechen, sind laufend neue wissenschaftliche Untersuchungen zu diesem Thema zu finden.

Kürzlich zog beispielsweise eine Studie zweier Forscher der Unversity of Miami die Aufmerksamkeit auf sich.

David S. Nolan und Eric D. Rappin sind beide als Forscher an der Rosenstiel School of Marine and Atmospheric Science der Universität Miami tätig. Beide sind Experten und beschäftigten sich schon seit mehreren Jahren mit der Entstehung von Hurrikans. Ihre aktuelle Untersuchung trägt den Titel „Increased sensitivity of tropical cyclogenesis to wind shear in higher SST environments“ und wurde am 18. Juli 2008 im Journal „Geophysical Research Letters“ veröffentlicht.

Der aufmerksame Climate Review-Leser wird mit Bestimmtheit etwa folgendes Fazit zum aktuellen Wissensstand über Hurrikans ziehen können: Viele Zeichen deuten darauf hin, dass Hurrikans durch die zunehmende Erwärmung seltener, aber womöglich stärker werden. Genau dies ging aus einer Vielzahl Studien hervor. Trotzdem lassen sich noch mit einer erstaunlichen Regelmässigkeit Artikel finden, welche die Quantität von Hurrikans mit den steigenden Meerestemperaturen in Verbindung bringen. Teilweise besteht dazu auch tatsächlich Anlass. Oft scheinen sich aber die Journalisten auf Studien zu stürzen, die dem Mensch die Schuld an der gestiegenen Hurrikan-Anzahl geben, und überfliegen non-chalant Untersuchungen, die Gegenteiliges belegen würden.

Doch zurück zu den Ergebnissen von Nolan und Rappin. Diese wurden auch auf Science Daily behandelt. David Nolan erzählte, dass er und Rappin eine Computer-Simulation entwickelten und mit dieser zeigen wollten, wie Hurrikans sich dank wärmeren Wassertemperaturen einfacher und schneller bilden können. Doch die Resultate deuteten auf das Gegenteil hin:

„We designed the computer simulations to show that as the ocean temperature increased, hurricanes would form more rapidly and easily, even in the presence of wind shear. Instead, we got exactly the opposite result. As the water temperature increased, the effectiveness of the wind shear in suppressing hurricane formation actually became greater.“

Im Abstract der Studie ist das Gleiche zu lesen:

„However, an unexpected result has been obtained, that increasing sea surface temperature (SST) does not allow TC genesis to overcome greater shear. In fact, the opposite trend is found, that shear is more effective in suppressing TC genesis when the SST is higher.“

Abbildung: Ein Resultat der Computersimulation der beiden Forscher aus Miami.

Interessant ist auch die Tatsache, dass die Untersuchung von Nolan & Rappin in Zusammenarbeit mit dem wohl bekanntesten Hurrikan-Experten Kerry Emanuel gemacht wurde. Dieser änderte bekanntlich vor einigen Monaten ziemlich medienintensiv seinen Standpunkt in der Hurrikan-Debatte.

Auch diese Arbeit zeigte allerdings, dass wenn sich ein Hurrikan einmal bilden konnte, dieser dann dafür besonders stark sein wird. Meiner Ansicht nach die neue Lehrmeinung.

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