Feucht, trocken und stürmisch

Zahlreichen Medienberichten konnte, kann und wird man auch in Zukunft entnehmen können, dass einzelne Extremereignisse (Fluten, Stürme etc.) von der Klimaerwärmung ausgelöst oder mindestens mitverursacht wurden.

Wissenschaftler meiden solche Aussagen hingegen tunlichst. Nicht zuletzt deshalb, weil man sich sonst die mühsam errungene Reputation sehr schnell zunichte machen könnte. Journalisten und Politiker scheinen sich diesbezüglich viel weniger Gedanken zu machen, weswegen man die Suggestion von Monokausalität im Wettersystem auch vorwiegend unter diesen Leuten antrifft.

In der Berichterstattung rund um die Flutkatastrophe in Amerika im Frühjahr 08 titelte die Nachrichtenagentur Reuters beispielsweise: „Midwest floods show signs of global warming„. Obwohl der Artikel in Absprache mit einer Wissenschaftlerin verfasst wurde, hielt Roger Pielke Sr. die Wissenschaftlichkeit des Artikels für fragwürdig.

Von Interesse sollen nun aber die amerikanischen Trends für extreme Feuchte sowie extreme Trockenheit sein. Die Daten dazu sind auf der Homepage des National Climate Data Center zu finden, die verwendeten Grafiken stammen vom Blog „Climate Skeptic„. Obschon dieser Blog nicht gerade vor wissenschaftlicher Korrektheit strotzt, halte ich die Verwendung der Grafiken für unproblematisch, zumal die Rohdaten frei einsehbar sind, von offizieller und seriöser Quelle stammen und somit beliebig reproduzierbar sind.

Doch genug um den heissen Brei geredet. Hier die Grafik zum Prozentsatz von Gebieten extremer Feuchte:

Und hier dasselbe für Gebiete extremer Trockenheit:

Derzeit befinden sich die Werte ziemlich im Bereich der natürlichen Variabilität des letzten Jahrhunderts. Selbstverständlich sind auch hier die Vergleichsräume viel zu kurz, um präzisere Aussagen treffen zu können und die Datenqualität bedürfte einer genaueren Betrachtung. Vorerst müssen wir uns aber anscheinend mit der Schlussfolgerung begnügen, dass zumindest bezüglich Trockenheit und Nässe auf amerikanischem Gebiet keine schwerwiegenden Veränderungen zu verzeichnen sind. Teilweise war dies auch schon auf Climate Review zu lesen (Amerikanische Dürren, Mehr zu amerikanischen Dürren). 

Passend zu obiger Konklusion ist eine ganz aktuelle Studie aus dem Magazin „Geochemistry Geophysics Geosystems“. Der Skandinavier Divine und sein Kollege Chenoweth aus den USA untersuchten die Hurrikanaktivität um die Kleinen Atillen. Die Analyse startete erfreulicherweise im Jahr 1690 und endete erst 2007. Chenoweth & Divine stellten fest, dass die Jahre 1968-1977 wahrscheinlich die niedrigste Hurrikanaktivität seit über 300 Jahren verzeichneten. Ansonsten fanden die beiden Forscher keine signifikante Veränderung in der Anzahl tropischer Zykone:

„The numbers of tropical cyclones show no trends that were significant at the 5% level.“

Zum Schluss verweise ich gerne noch auf die derzeit aktive Phase des Blogs „KlimaLounge„, wo Stefan Rahmstorf zwei sehr aktuelle Beiträge zur Klimadiskussion veröffentlicht hat und wie immer in der Kommentarsektion selektiv Red und Antwort steht.

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