Round-up zum Wochenende

Ganz im Stile von RealClimate gibt es für das Wochenende eine kleine Präsentation von angesammelten Studien, die keinen eigenen Beitrag, aber dennoch eine Erwähnung wert sind.

Angesprochen werden dabei folgende Themen: Einfluss von Saharasand auf Hurrikans, Unsicherheiten in der Erfassung der Meereserwärmung und verschiedene Einflüsse auf die Schneebedeckung in Westamerika.

1. Drei Forscher aus verschiedenen Wissenschaftsinstituten in Amerika untersuchten in ihrer am 14. August publizierten Studie die Auswirkung von Saharasand auf die Hurrikanentwicklung im Atlantik. Sun et al. analysierten dazu die beiden Saisons 2005 (sehr aktiv) und 2007 (ungewöhnlich niedrige Aktivität). Sie stellten fest, dass die Aerosol-Konzentration (also auch Sandteilchen) in der Saison 2007 viel höher war als im Jahr 2005. Die höhere Anzahl an Aersolen könnte gemäss den drei Forschern verschiedene meteorologische Prozesse beeinflusst haben und damit in einem Zusammenhang mit der Hurrikanaktivität stehen:

„Analyses of the stretch index and related environmental controls suggest that the westward expansion of the Saharan dry air and dust layer can be an important factor in contributing to the difference between the relatively quiescent hurricane season in 2007 and the very active season of 2005.“ 

2. Mit Interesse hat die Wissenschaftsgemeinde die Debatte um die Ozean-Erwärmung mitverfolgt. Lyman et al. veröffentlichten im September 2006 eine Arbeit, in der sie eine kurzfristige Abkühlung der Ozeane feststellten. Daraus ein Satz:

„A new estimate of sampling error in the heat content record suggests that both the recent and previous global cooling events are significant and unlikely to be artifacts of inadequate ocean sampling.“

Nachdem die Arbeit für viel Wirbel gesorgt hatte, entdeckten Lyman et al. Unstimmigkeiten und veröffentlichten eine „Correction„. Die Abkühlung verschwand, eine Erwärmung war aber noch immer nicht zu verzeichnen. Am 10. Mai 2008 veröffentlichten Carson & Harrison von der University of Washington eine Studie im „Journal of Climate“, die ganz gut in diese Debatte passt. Die beiden amerikanischen Wissenschaftler widmeten ihre Aufmerksamkeit der Analyse von Meerestemperaturen zwischen 50 und 1000 Meter Tiefe. Dabei stellten sie einerseits kaum signifikante Trends fest:

„[…] most of the ocean does not have significant 50-yr trends at the 90% confidence level (CL).“ 

Und logisch: Je tiefer die Messungen, desto grösser sind die Unsicherheiten. Carson und Harrison verglichen einige Studien zur Thematik und stellten sogar in Regionen, wo statistisch signifikante Temperaturtrends gemessen wurden, grosse Unsicherheiten fest:

„The regional trend results can differ substantially, even in the areas with statistically significant trends.“ 

Basierend auf diesen Erkenntnissen folgerten Carson und Harrison, dass wir über den Wärmeinhalt der Ozeane womöglich viel weniger wissen, als bis anhin angenommen:

„[…] these results suggest that upper ocean heat content integrals and integral trends may be substantially more uncertain than has yet been acknowledged.“

Eine sehr wichtige Studie, der eine grosse Aufmerksamkeit zuteil kommen sollte.

3. Ein vorbildlich objektiver Artikel der „The Seattle Times“ erörterte kürzlich die verschiedenen Meinungen zum Schwinden der Schneebedeckung der Cascade Mountains in Westamerika. Während Forscher rund um Mark Stoelinga von der University of Washington meinen, der Rückgang der Schneebedeckung habe möglicherweise nichts mit der globalen Erwärmung zu tun, widersprechen dem andere Wissenschaftler.

Ein schönes Wochenende bei hoffentlich angenehmen Temperaturen.

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