Abkühlung durch PDO?

Unter dem Kürzel PDO (Pazifische Dekaden-Oszillation) verstehen Meteorologen einen der wichtigsten Faktoren der pazifischen Klimavariabilität. In einem Zusammenhang mit der PDO stehen auch die beiden Klimaphänomene La Niña und El Niño.

Auf „Watts Up With That?“ wurde die PDO-Thematik mal wieder aufgegriffen.

Spätestens nachdem ein ungewöhnlich starker El Niño im Jahr 1997/1998 an vielen Orten für ein Korallensterben gesorgt hatte, war das Phänomen in aller Munde. Ein El Niño tritt im Pazifik auf, hängt stark mit den pazifischen Wind- und Meeresströmungen zusammen und sorgte Ende 1997 für Wassertemperaturen, die mehrere Grad Celsius über den üblichen Werten lagen. Die Temperaturanomalien sind in folgender Grafik zu sehen:

Während der Wechsel zwischen El Niño und La Niña kurzfristiger Natur ist, waren Veränderungen der PDO bis anhin in einem 20-30 Jahreszyklus zu beobachten. Wie die Nordatlantische-Oszillation (NAO) ist die PDO ein Phänomen, dass durchaus auch globale Auswirkungen haben kann, aber erst seit etwa 11 Jahren bekannt ist und erforscht wird.

Anthony Watts führte den kalten Beginn des Jahres 2008 auf das La Niña-Phänomen zurück. Auf der Homepage der Western Washington University, wo auch Steven R. Hare, einer der Entdecker der PDO, arbeitet, ist eine Grafik zu finden, welche den PDO-Index der letzten 108 Jahren zeigt.

Dabei fallen primär natürlich die hauptsächlich negativen Werte in der Periode 1947-1976 auf, welche (neben der gestiegenen Aerosolkonzentration) für die Global-Cooling-Phase verantwortlich sein könnten. Was bis zu dieser Zeile eine nüchterne Analyse war, ändert sich, wenn man die Prognose von Don J. Easterbrooks Gastbeitrag auf „Whats Up With That?“ betrachtet. Dieser hält es nämlich für möglich, dass der derzeitige Absturz in negative Werte kein kurzfristiger sein könnte, wie es beispielsweise um das Jahr 2000 der Fall war. Falls tatsächlich ein langfristiger PDO-Wechsel ansteht, hätte dies eine Abkühlung für die nächsten Jahrzehnte zur Folge. Easterbrook zeigte dazu folgende Grafik:

Diese These ist selbstverständlich höchst umstritten und widerspricht der überwiegenden Mehrheitsmeinung. Easterbrook ist – mehr oder weniger – ein offizieller Skeptiker, sofern man dem englischen Wikipedia-Beitrag Glauben schenken darf. Auch ich stehe Easterbrooks Prognosen mit grossen Vorbehalten gegenüber, hielt diesen Beitrag aber für vereinbar mit den selbstgestellten Blog-Grundsätzen, zumal Easterbrook schon einige wissenschaftliche Studien verfasst hat.

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